Die Strahlentherapie (Radiatio) hat beim Darmkrebs vor allem bei der Behandlung des Enddarmkrebses
eine Bedeutung. Abhängig von der Größe und der Ausbreitung des Tumors kann eine Bestrahlung vor der
Operation (neoadjuvante Radiatio) oder nach einer Operation (adjuvante Radiatio) angewendet werden.
Die Bestrahlung wird in der Regel mit einer begleitenden Chemotherapie kombiniert. Die Behandlung
des Enddarmkrebses erstreckt sich über mehrere Wochen. Zu einer Strahlentherapie muss ein Patient
mit Darmkrebs täglich an 5 Tagen in der Woche zur Bestrahlung kommen. Im Durchschnitt sind 28-31
Bestrahlungen nötig. Der Grund hierfür liegt in der besseren Verträglichkeit der Strahlentherapie,
wenn man die Gesamtdosis auf viele kleine Einzelgaben verteilt. Jede einzelne Bestrahlung dauert
dabei nicht länger als zwei Minuten. Mit Vorbereitungen und Wartezeit dauert die Behandlung pro Tag
in der Regel nicht länger als 15 Minuten.
Wie funktioniert die Strahlentherapie?
Die Strahlentherapie ist eine örtliche Behandlung. Dabei werden energiereiche Röntgenstrahlen
zur Abtötung von Krebszellen eingesetzt. Grundlage hierfür sind durch die energiereiche Strahlung
entstehende Schäden im Erbgut der Krebszelle. Das Erbgut befindet sich im Zellkern der Zellen in
Form langer Molekülketten, der DNS. Durch energiereiche Röntgenstrahlen entstehen im Körper freie
Radikale und elektrisch geladene Teilchen, die zu Brüchen in den DNS-Ketten führen. Dadurch können
geschädigte Zellen ihr Erbgut nicht mehr lesen, was schließlich zur Teilungsunfähigkeit und
zum Absterben der Zellen führt. Die Reaktionen, die in normalen Zellen oder Tumorzellen auftreten
sind sehr ähnlich, denn die Strahlen können nicht unterscheiden, ob Tumorzellen oder gesunde Zellen
getroffen werden. Trotzdem sterben mehr Tumorzellen ab, da sich normale (gesunde) Zellen
normalerweise mit Hilfe von Reparaturmechanismen schneller und besser erholen können. Die
Strahlentherapie wirkt nur in dem Bereich, der von den Strahlen erreicht wird; eine Ausbreitung der
Strahlen in andere Teile des Körpers findet nicht statt.
Weitere Informationen im Internet:
Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V.:
www.degro.org
Deutsche Krebsgesellschaft:
www.krebsgesellschaft.de
Prof. Dr. med. Frank Rose
Oberarzt an der Klinik für Strahlentherapie des
Universitätsklinikums Gießen und Marburg, Standort Marburg
Anmerkung der Redaktion: Die Verfasser von Gastbeiträgen erhalten keine finanziellen
Zuwendungen.
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| Autor(en): |
Prof. Dr. med. Frank Rose
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Ein Beitrag vom 20.01.2010
Stichwörter:
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