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Adjuvante Chemotherapie

Um Patienten vor Rückfällen zu bewahren, folgt die Therapie nach der Operation. Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. med. Andreas Neubauer, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Standort Marburg.
Eine adjuvante Therapie beschreibt die Tumortherapie, welche nach einer an sich heilenden Operation („kurative“ Operation) gegeben wird und von der man aus großen Behandlungsstudien weiß, dass sich dadurch die Prognose bei diesen an sich als geheilt geltenden Patienten statistisch gesehen verbessern kann. Das Problem hierbei ist, dass man viele Patienten therapiert, aber nur einem kleinen Teil wirklich dadurch geholfen wird, nämlich dem, der ohne diese adjuvante Therapie einen Krankheitsrückfall erlitten hätte. Da man vorab diese Patienten nicht erkennen kann, wird nach bestimmten Schemata eine adjuvante Therapie empfohlen, wenn nämlich das Rückfallrisiko als hoch angesehen wird und statistisch klar ist, dass man einem Teil der Patienten durch die adjuvante Therapie den Rückfall erspart.

Beim Colonkarzinom besteht die Indikation zu einer adjuvanten Behandlung in einer alleinigen Chemotherapie. Sie wird dann gegeben, wenn kein Anhalt für Fernmetastasen vorliegt und Lymphknoten im Operationspräparat von der Krebserkrankung befallen waren (so genanntes N + Stadium (für Nodus = Lymphknoten)). Wichtig ist hierbei, dass Operateur und Pathologe gefordert sind. Es sollten mehr als 12 Lymphknoten im Operationspräparat vorhanden sein, um hierüber korrekt Auskunft geben zu können. Sind Lymphknoten befallen, liegt ein N+ Stadium (oder UICC Stadium 3) vor, und es erfolgt eine Behandlung über sechs Monate. Normalerweise werden die notwendigen Medikamente über eine zentrale Vene gespritzt, eines der Medikamente muss über eine längere Zeit von 48 Stunden einlaufen, was eine Anlage eines zentralen Venenkatheters (so genanntes Port System) notwendig macht. Diese Chemotherapie wird dann alle zwei Wochen wiederholt. Man geht davon aus, dass somit ca. 20 – 30% weniger Rückfälle und krankheitsbedingte Sterbefälle allein durch die Gabe der richtigen medikamentösen Behandlung auftreten. Wichtig ist, dass diese Behandlung nicht später als sechs Wochen nach der Operation einsetzen sollte. Man hat auch herausgefunden, dass zusätzliche sportliche Betätigung die Prognose der Erkrankung deutlich verbessert.

Chemotherapien verursachen Nebenwirkungen. Die beim Dickdarmkrebs gegebenen Medikamente 5-FU, Oxaliplatin und Irinotecan verursachen jedes unterschiedliche Nebenwirkungen und schließen leichte Übelkeit, Schleimhautschädigung mit Durchfall, Hautschäden und Schädigung der peripheren Nerven im Sinne einer Empfindlichkeitserhöhung insbesondere für Kältereize ein. Nebenwirkungen sollten nur in seltenen Fällen zur Unterbrechung einer solchen Therapie führen.

Die adjuvante Therapie beim Mastdarmtumor wird im Beitrag von Prof. Rose abgehandelt. Ihr eigen ist, dass das Medikament 5-FU hier in Kombination mit einer Strahlentherapie eingesetzt wird, um auch das örtliche Rückfallrisiko abzusenken.

Dr. Neubauer


Prof. Dr. med. Andreas Neubauer

Direktor der Klinik für Hämatologie, Onkologie, Immunologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Marburg;
Sprecher des Comprehensive Cancer Center Marburg

Anmerkung der Redaktion: Die Verfasser von Gastbeiträgen erhalten keine finanziellen Zuwendungen.



Autor(en): Prof. Dr. med. Andreas Neubauer

Ein Beitrag vom 13.01.2010

Stichwörter: Chemotherapie, kurative Operation, adjuvante Therapie,



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