Mittwoch, 23.05.2012
SUCHE:

IN KOOPERATION MIT:
gesund durch ... - Informationen zur Gesundheit Felix Burda Stiftung
MITGLIED IM:
netzwerk gegen darmkrebs

- ANZEIGE -

Der Dünndarm ist keine Blackbox mehr

Neues in der Dünndarmdiagnostik
Der Dünndarm ist ein ganz wesentlicher Bestandteil des menschlichen Verdauungssystems. Er liegt zwischen Magen und Dickdarm und hat mit seiner Länge von vier bis sechs Metern vielfältige Aufgaben zu erledigen. Er wehrt Mikroorganismen, Viren und Bakterien ab, die über die Nahrung in den Verdauungskanal gelangen, nimmt Wasser und Elektrolyte wie Calcium, Magnesium oder Kalium in die Schleimhaut auf und spaltet die Nahrung in ihre Bestandteile auf. Mit seiner glatten Muskulatur vermischt der Dünndarm den Nahrungsbrei optimal und transportiert ihn weiter. Sind Teile des Dünndarms entzündet, liegen Blutungen vor, haben sich Polypen oder gar Tumore gebildet, dann kann er diese wichtigen Aufgaben nur noch eingeschränkt wahrnehmen.

Die Kapselendoskopie

Bislang konnten solche Erkrankungen nur schwer diagnostiziert und behandelt werden, da der Dünndarmin seiner gesamten Länge und mit allen seinen Windungen nicht inspiziert werden konnte. Hier hat die sog. Kapselendoskopie „M2A“ erste Abhilfe schaffen können. Hierbei wird durch eine spezielle Fotokapsel der Dünndarm bei der Passage dieser Kapsel fotografiert. Diese Bilder werden in einem Empfänger am Gürtel des Patienten gesendet und dann per Computer in einen Videofilm umgewandelt. Hierbei können auffällige Befunde gesichtet werden. Nachteilig sind hier die fehlende Lenkbarkeit und Biopsiemöglichkeit (Entnahme von Gewebeproben). Das gelingt nun einem in Japan entwickelten speziellen „Doppelballon-Enteroskop“ , das die Abteilung Gastroenterologie des Klinikums Schwalmstadt noch vor Kassel und Marburg angeschafft hat. „Die Zeiten des Dünndarms als so genannte Black Box des Verdauungskanals sind damit vorbei“, freut sich Dr. Norbert Hesselbarth, konsiliarischer Leiter der Abteilungen Gastroenterologie der Medizinischen Klinik der Schwalm-Eder-Kliniken und niedergelassener Arzt in eigener Praxis am Klinikum Schwalmstadt. 

Doppelballon-Enteroskop verbessert die Dünndarmdiagnostik

Dieses Spezialendoskop ist den bisherigen Methoden zur Untersuchung des Dünndarms klar überlegen. So lag die diagnostische Ausbeute beim Röntgen bei 50 Prozent, bei der vor ca. acht Jahren eingeführten Kapselendoskopie – in der Praxis von Dr. Hesselbarth vor fünf Jahren - immerhin schon bei 80 Prozent. Bei beiden Methoden konnten neben der fehlenden Gewebeentnahmemöglichkeit insbesondere keine Behandlungen durchgeführt werden. Beim „ Doppelballon-Enteroskop“ gelingt es nun, mit Hilfe von kleinen aufblasbaren Latexballons, das Endoskop durch den sehr schlingenreichen Dünndarm in seiner ganzen Länge zu führen. Das zwei Meter lange und nur 8,5 Millimeter dicke Video-Endoskop besitzt zudem einen Arbeitskanal, durch den Sonden, Zangen und Schlingen in den Dünndarm vorgeschoben werden können. Damit können nicht nur Gewebeproben bei Tumoren oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn zu pathologischen Untersuchungen entnommen, sondern auch Blutungen mit Argonplasmagas gestillt oder Polypen abgetragen werden. Der Einsatz des Doppelballon-Enteroskops ist jedoch keine Routineuntersuchung. Sie wird erst dann angewandt, wenn eine Untersuchung des oberen Verdauungskanals und des Dickdarms keine entsprechenden Ergebnisse erzielen konnte. Die Untersuchung wird ohne Vollnarkose, aber mit Beruhigungsmitteln durchgeführt und dauert etwa eine Stunde. Das Doppelballonendoskop mit einem Wert von ca. 65.000 Euro wurde aus Mitteln der Schwalm-Eder-Kliniken und der Praxis Dr. Hesselbarth finanziert. „Wir erweitern damit enorm das Angebot der Abteilung Gastroenterologie und damit des gesamten Klinikums. Erreicht wird damit ein Stand an medizinischen Methoden weit über dem eines üblichen Kreiskrankenhauses“, unterstreichen Dr. Hesselbarth und Dr. Dirk Fellermann, Regionalgeschäftsführer der Schwalm-Eder-Kliniken.

Links zum Thema


Autor(en): Dr. med. Norbert Hesselbarth

Ein Beitrag vom 22.01.2009

Stichwörter: Doppelballon-Enteroskop, Dünndarm, Verdauung, Kapselendokopie, M2A, Schwalm-Eder-Kliniken,



Deutschland gegen Darmkrebs - das offizielle Poster

Ärzteverzeichnis Darmspiegelung

Gastroenterologen und Proktologen in Ihrer Nähe:

Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen und Bremerhaven Hamburg Hessen Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig-Holstein Thüringen


Seite drucken

Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen Wir befolgen den HONcode Standard für vertrauensvolle Gesundheitsinformationen.
Kontrollieren Sie dies hier.


Impressum |  Disclaimer |  Datenschutz |  Über uns |  AGB |  Sitemap |  Presse

Diese Seite wurde zuletzt am 01.05.2012 aktualisiert.

Die Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für professionelle Beratung oder
Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte angesehen werden.
Der Inhalt von darmspezialisten.de kann und darf nicht verwendet werden,
um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

© 2005-2012 dbp Kommunikation GmbH & Co. KG. Alle Rechte vorbehalten.
"Deutschland gegen Darmkrebs" ist eine Initiative der dbp Kommunikation GmbH & Co. KG.
Software-Entwicklung: Sylphen GmbH & Co. KG, Gießen.

Valid XHTML 1.0 Strict CSS ist valide!