Rund 71 000 Menschen in Deutschland erkranken jährlich an einem Darmtumor,
rund 29 000 sterben an dieser Krebserkrankung. Oft nur deshalb, weil die Geschwulst nicht
rechtzeitig entdeckt wurde. Dabei ist in den meisten Fällen ein Darmtumor beim rechtzeitigen
Erkennen gut heilbar.

Der Berufsverband der
Coloproktologen Deutschlands (BCD) appelliert an die Versicherten, die Früherkennungsmöglichkeiten
regelmäßig wahrzunehmen, um den Darmkrebs zu verhindern. Ab 55 Jahren kann jeder gesetzlich
Versicherte eine Vorsorgekoloskopie durchführen lassen, die er kostenfrei im Abstand von zehn
Jahren wiederholen kann. Auch die jährlich von den Kassen bezahlten Hämoccult-Tests, die einfach
und schnell gemacht werden können, dienen dem rechtzeitigen Erkennen der Tumore. Bei
Risiko-Patienten (z.B. mit einer familiären Darmkrebs-Belastung oder chronisch entzündlichen
Darmerkrankungen sollte die Untersuchung früher erfolgen. Der Darmkrebs geht fast immer ein
gutartige Vorstufe, ein Dickdarm-Polyp, voraus, den man bei der Vorsorge-Koloskopie erkennen und in
gleicher Sitzung abtragen kann. Durch diesen ambulanten Eingriff lassen sich ca. 80% der
Darmtumoren verhindern. Angst vor der Darmspiegelung ist unbegründet, da sie mit schmerzstillenden
Medikamenten kaum Beschwerden bereitet. Diese Untersuchungen dürfen nur von qualifizierten Ärzten
mit speziellen Kenntnissen durchgeführt werden, die Hygienestandards werden von unabhängigen
Kommissionen zweimal jährlich überprüft.
Seit Einführung der Untersuchung haben sich etwa 2,3 Mio. Versicherte einer
Früherkennungs-Koloskopie unterzogen. Die Teilnahmerate der Männer und Frauen im Alter bis zu 74
Jahren beträgt ca. 11,2 % (Männer) bzw. 12,7 % (Frauen).
Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland, 16,3 Prozent aller
Krebsarten bei Männern entfallen auf Darmkrebs, 17,4 Prozent bei den Frauen. Ohne Vorsorge ist das
Risiko an Darmkrebs zu sterben 6 %. Durch Darmkrebs sterben 5 mal mehr Menschen als durch
Verkehrsunfälle.
Vorbeugen kann man dem Darmkrebs auch mit einer gesunden Lebensführung, mit viel Bewegung und
Sport, möglichst Normalgewicht, ballaststoffreicher Ernährung. viel Obst und Hülsenfrüchte.
Am wichtigsten ist aber, dass bereits die Vorstufen bzw. der Krebs frühzeitig entdeckt
wird, denn dann können wir wirklich helfen und der Patient hat die große Chance geheilt zu werden.
Berufsverband der Coloproktologen Deutschlands e. V.
Adressen von Coloproktologen und Kompetenzzentren für Koloproktologie finden sich im Internet
unter www.coloproktologen.de.
Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (DGK) www.koloproktologie.org
www.proktologie-freiburg.de
Dr. Bernhard Strittmatter
Vorsitzender des Berufsverbandes der Coloproktologen Deutschlands
(BCD)
Anmerkung der Redaktion: Die Verfasser von Gastbeiträgen erhalten keine finanziellen
Zuwendungen.
| Autor(en): |
Dr. Bernhard Strittmatter
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Ein Beitrag vom 02.02.2010
Stichwörter:
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