Restrisiko im Vergleich zum Vorsorgeinstrument
Endoskopische Untersuchungsmethoden
Rektoskopie: Bei dieser ca. 10-minütigen Untersuchung wird
in der Regel ein starres Endoskop durch den After eingeführt (Reichweite bis zu 20 cm). Der Arzt
kann so Polypen und Darmkrebse erkennen, die sich im Mastdarm- und Afterbereich befinden. Auch hier
ist die Einnahme eines Abführmittels nötig, um den Mastdarm von Stuhlresten zu befreien.
Sigmoidoskopie: Hierbei wird das letzte Viertel des
Dickdarms untersucht. In der Regel wird für diese Untersuchung ein flexibles Endoskop (40 bis 50
cm) verwendet. Die Reichweite ist somit in vielen Fällen fast doppelt so groß, wie bei einer
Rektoskopie (Mastdarmspiegelung).
Nicht-endoskopische Untersuchungsmethoden
Herkömmliche Stuhlbluttests: Herkömmliche Stuhlbluttests
untersuchen den Stuhl auf okkultes (verstecktes) Blut und basieren auf einer Farbstoffreaktion.
Blutspuren im Stuhl können jedoch unterschiedliche Ursachen haben. Deswegen kann man bei einem
positiven Ergebnis (es wurde tatsächlich Blut im Stuhl nachgewiesen) nicht immer davon ausgehen,
dass ein Darmkrebs vorliegt. Das Testergebnis kann unter anderem durch andere Blutungsquellen (zum
Beispiel Hämorrhoiden) verfälscht werden. Weiterhin kann der Verzehr von gewissen Nahrungsmitteln
wie Blutwurst, ein positives Ergebnis verursachen. Auch die Einnahme von manchen Medikamenten, wie
Eisentabletten oder Vitamin C können das Testergebnis verfälschen. Deshalb ist vor der Durchführung
eines solchen Tests immer eine Diät erforderlich.
Wichtig!!!
Ein negativer Test (kein Blutnachweis im Stuhl) bedeutet nicht automatisch, dass kein
Darmkrebs vorliegt. Denn ein Tumor kann, muss aber nicht immer bluten.
Man wiegt sich hier unter Umständen in falscher Sicherheit!
Die Kosten für einen herkömmlichen Stuhlbluttest werden ab dem 51. Lebensjahr von den
Krankenkassen übernommen. Bis zum 56. Lebensjahr hat man Anspruch auf die jährliche Durchführung
eines solchen Tests. Ab dem 56. Lebensjahr nur noch alle zwei Jahre, es sei denn, man hat schon die
Vorsorge-Darmspiegelung in Anspruch genommen.
Immunologische Stuhltests: Immunologische Stuhlbluttests
suchen im Gegensatz zu den herkömmlichen Stuhlbluttests nur nach menschlichem Blut. Deshalb ist vor
der Durchführung keine Diät erforderlich. Die Kosten für einen immunologischen Stuhlbluttest werden
von den Krankenkassen grundsätzlich nicht übernommen. Diese belaufen sich auf ca. 15,- Euro.
Wenn ein Stuhltest positiv ausfällt, sollte in jedem Fall eine
Darmspiegelung zur Abklärung durchgeführt werden.
Virtuelle Koloskopie: Hierbei wird der Darm mit Hilfe Bild
gebender Verfahren untersucht. Hierzu muss kein Endoskop in den Körper eingeführt werden. Die
Bilder entstehen auf Grundlage von Aufnahmen, die mittels eines Computer-Tomographen (CT) oder
eines Kernspintomographen (auch Magnet-Resonanz-Tomograph, MRT) gemacht werden. Die Aufnahmen
werden jeweils einmal in Bauch- und einmal in Rückenlage durchgeführt. Die Berechnung der Bilder
erfolgt anschließend durch Computerprogramme. So entsteht am Bildschirm ein dreidimensionaler Darm,
den der Arzt wie mit einem herkömmlichen Endoskop begutachten kann. Im Vergleich zur herkömmlichen
Darmspiegelung, kann man mit dieser Methode vor allem kleinere Polypen (< 1cm) übersehen. Zudem
muss sich bei einem krankhaften Befund in jedem Fall eine herkömmliche Darmspiegelung anschließen.
Nur so können Polypen entfernt und Gewebeproben entnommen werden.
Quelle(n): u.a. Felix Burda Stiftung
Ein Beitrag vom 12.02.2011
Stichwörter:
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