Koloskop zur Durchführung einer Darmspiegelung, Bilderquelle: Karl Storz
Vorteile
Die Darmspiegelung (Koloskopie) durch den Spezialisten ist das
beste und
sicherste Vorsorgeinstrument. Sie ermöglicht nicht nur eine
umfassende Diagnose, sondern bietet gleichzeitig Therapiemöglichkeiten, wie zum Beispiel das
Abtragen von Polypen (mögliche Vorstufen von Darmkrebs) oder die Entnahme von Gewebeproben
(Biopsie) für weitere Laboruntersuchungen. Eine Darmspiegelung ist risikoarm und lässt sich im
Allgemeinen
schmerzfrei durchführen.
Durchführung
Ein sauberer Darm ist die Voraussetzung für eine sichere Diagnose. So kann der Arzt auch
kleinste Veränderungen der Darmschleimhaut feststellen. Zur Darmreinigung gibt es spezielle
Trinkspüllösungen. Diese wirken abführend und werden in der Regel am Tag vor der Untersuchung
eingenommen. Ein Einlauf, kurz vor der Untersuchung, ist nur dann notwendig, wenn der Darm nicht
restlos entleert ist. Hier kommt es also auf die gute Vorbereitung und Mitarbeit des Patienten an.
Die Darmspiegelung selbst dauert in der Regel nur ca. 15 Minuten. Hierbei wird der leere Darm
mit einem dünnen flexiblen Schlauchsystem, welches mit einer hochempfindlichen Videokamera
ausgerüstet ist, untersucht. Wird bei der Untersuchung ein bereits vorliegender Darmkrebs gefunden,
kann unmittelbar die geeignete Behandlung eingeleitet werden.
Bei Verwachsungen im Bauchraum (z. B. Knickbildung im Darm) lässt sich durch geeignete
Medikamente Schmerzfreiheit herstellen. Vorsorgedarmspiegelungen dürfen nur von bestimmten Ärzten
durchgeführt werden. Um dafür von den Kassenärztlichen Vereinigungen "zugelassen" zu werden, muss
ein Arzt mindestens 200 solcher Untersuchungen im Jahr durchführen. Zusätzlich muss sich eine
Praxis jährlich weiteren Kontrollen zur Qualitätssicherung insbesondere Hygienekontrollen
unterziehen.
Risiken
Das Risiko einer Darmspiegelung kann eine Verletzung des Darms sein. Allerdings kommt das
beim geübten Untersucher außerordentlich selten vor (ca. 1:10.000). Beim Abtragen von Polypen kann
es zu einer Blutung kommen. Diese lässt sich im Allgemeinen sicher beherrschen und ist
gleichermaßen selten. Im Vergleich zum Risiko ohne Früherkennung an Darmkrebs zu sterben, ist dies
ein sehr kleines Risiko. Denn ab dem Alter von 55 Jahren beträgt das Risiko in den nächsten 25
Jahren an einem Darmkrebs zu sterben 1:33, also eine von 33 Personen stirbt daran.
Kosten
Ab dem 56. Lebensjahr übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Untersuchung.
Ab dann kann man entweder zwei Darmspiegelungen im Abstand von 10 Jahren durchführen lassen oder
alle zwei Jahre einen Papierstreifentest. In Verdachtsfällen, wie zum Beispiel einer erblichen
Belastung oder aber Beschwerden wie Schmerzen, Blutarmut, Änderung der Stuhlgewohnheiten oder
Blutungen werden die Kosten grundsätzlich von den Krankenkassen übernommen.
Quelle(n): u.a. Felix Burda Stiftung, Norgine GmbH
Ein Beitrag vom 26.02.2011
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