Colitis ulcerosa-Patienten haben erhöhtes Darmkrebsrisiko

Die Colitis ulcerosa bricht meistens im jungen Erwachsenenalter aus. Typische akute Symptome sind blutiger Stuhl, Durchfälle und Bauchschmerzen. (Foto: Fotolia / rock_the_stock)
Die Colitis ulcerosa bricht meistens im jungen Erwachsenenalter aus. Typische akute Symptome sind blutiger Stuhl, Durchfälle und Bauchschmerzen. (Foto: Fotolia / rock_the_stock)

Colitis ulcerosa-Patienten müssen deutlich früher zur Darmkrebsvorsorge, denn sie haben ein erhöhtes Darmkrebsrisiko.

(iwg/fru) Colitis ulcerosa ist die am häufigsten vorkommende chronisch entzündliche Darmerkrankung (CED). Schätzungsweise 170 000 Menschen leiden in Deutschland an einer solchen chronischen Darmentzündung, teilt die „Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung“ mit. Colitis ulcerosa kann in jedem Alter entstehen. Aber meistens sind Patienten schon im jungen Erwachsenenalter zwischen dem 20. und 35. Lebensjahr betroffen. Auf den oberflächlichen Schleimhautschichten im Dickdarm entstehen entzündliche Geschwüre, die leicht bluten. Dabei kann sich die Krankheit über den gesamten Dickdarm erstrecken.

Medikamente auch in beschwerdefreien Phasen

Die Entzündung des Dickdarms verläuft in Schüben. Typische akute Krankheitszeichen sind blutiger Stuhl, Durchfälle und Bauchschmerzen. Eine vollständige Heilung ist zurzeit noch nicht möglich. Deshalb ist das Ziel einer Therapie, die Beschwerden so lange wie möglich auszusetzen oder zu lindern und dadurch die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern, erklären die „Internisten im Netz“.

Das Therapiekonzept sollte für jeden Betroffenen individuell aufgebaut werden. Dabei kommt es vor allem darauf an, welche Abschnitte des Dickdarms entzündet sind und wie weit die Entzündung ausgedehnt ist. Um gute Ergebnisse zu erzielen, sollten die Wirkstoffe von Medikamenten unter anderem in ausreichend hoher Konzentration am Ort der Entzündung ankommen. Deshalb kommen Zäpfchen und Einläufe als Darreichungsform infrage, aber auch Tabletten, die sich gezielt am Ende des Dünndarms auflösen und somit den Wirkstoff erst im Dickdarm abgeben. Dies ermöglicht für gewöhnlich eine bessere Integration in den Tagesablauf und gibt den Patienten die Freiheit für einen aktiveren Tag.

In den beschwerdefreien Phasen der Colitis ulcerosa ist ein normales Alltagsleben möglich. Aber auch in dieser sogenannten Remissionsphase (Verschwinden der Krankheitssymptome) muss i.d.R. die Gabe der Wirkstoffe weiter erfolgen.

Entzündungen können auf Dauer Zellveränderungen hervorrufen

Die Krankheit kann nach einigen Jahren dazu führen, dass durch die chronische Entzündung Zellveränderungen auftreten. Deshalb haben Patienten mit einer Colitis ulcerosa auch ein erhöhtes Darmkrebsrisiko. Dieses Risiko wird durch die regelmäßige Einnahme der Medikamente verringert. Dennoch werden zur Vorsorge zusätzlich regelmäßige Darmspiegelungen empfohlen. Wenn der gesamte Dickdarm befallen ist, raten Experten ab dem achten Jahr nach Erkrankungsbeginn einmal jährlich zu einer Darmspiegelung mit Entnahme von Gewebeproben (Biopsie) aus allen Dickdarmabschnitten, erklärt die Felix Burda Stiftung, die sich dem Kampf gegen Darmkrebs verschrieben hat.

„Beschränkt sich die Erkrankung auf den Mastdarm, das Sigma und den linksseitigen, absteigenden Dickdarm wird ab dem 15. Jahr nach Beginn der Erkrankung einmal jährlich eine Darmspiegelung durchgeführt“, so die Felix Burda Stiftung weiter. Würden sich aufgrund der entnommenen Gewebeproben Hinweise auf einen beginnenden Darmkrebs ergeben, könne eine Operation mit Entfernung des gesamten Dickdarms und Mastdarms notwendig sein.

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Quellenangaben:
Online-Informationen der Deutschen Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung unter www.dccv.de ff., der „Internisten im Netz“ unter https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/colitis-ulcerosa/was-ist-colitis-ulcerosa-deren-ursache/, der Felix Burda Stiftung unter https://www.darmkrebs.de/ueberblick/risiko-fuer-darmkrebs/chronische-darmentzuendung/colitis-ulcerosa, des Kompetenznetzes Darmerkrankungen unter http://www.kompetenznetz-ced.de/darmerkrankungen.html und der Aktion Deutschland gegen Darmkrebs unter www.darmspezialisten.de ff. (alle abgerufen im Dezember 2017)