Felix Burda Award 2019 – Emotionale Preisverleihung ehrt Engagement für die Darmkrebsvorsorge

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek will auch von Seiten der Bundesregierung alles dafür tun, der Volkskrankheit Krebs die Stirn zu bieten. (Foto: Felix Burda Stiftung)
Bundesbildungsministerin Anja Karliczek will auch von Seiten der Bundesregierung alles dafür tun, der Volkskrankheit Krebs die Stirn zu bieten. (Foto: Felix Burda Stiftung)

Bewegende persönliche Schicksale, inspirierende öffentlichkeitswirksame Projekte und zukunftsweisende wissenschaftliche Studien – das zeichnete die 17. Verleihung des Felix Burda Award in diesem Jahr im Hotel Adlon Kempinski in Berlin aus.

Berlin, 19.05.2019. Bundesministerin für Forschung und Bildung Anja Karliczek zeigte sich in ihrer Rede beeindruckt vom unermüdlichen Engagement der vielen Initiativen, Privatpersonen und wissenschaftlichen Experten. Sie machte deutlich, wie wichtig es sei, die Nationale Dekade gegen Krebs mit Leben zu füllen. Moderator Guido Cantz führte mit viel Humor durch den emotionalen Abend. Neben rund 300 Gästen, darunter vielen bekannten Protagonisten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, kamen prominente Unterstützer wie Jessica Schwarz, Alec Völkel, Verona Pooth, Erol Sander, Paul Breitner, Mariella Ahrens, Dieter Hallervorden und Wolfgang Stumph an dem Abend zusammen.

Hochkarätiges Networking für bessere Prävention in Deutschland

Der Felix Burda Award bot sich erneut als perfekte Bühne, die es Betroffenen, wissenschaftlichen Experten, Unternehmensvertretern und politischen Entscheidungsträgern ermöglicht in lockerer Atmosphäre wichtige Themen der Gesundheitspolitik zu diskutieren, Projektideen und politische Initiativen zu entwickeln. Dieses Jahr ehrte eine 19-köpfige Jury Privatpersonen und hochkarätige Wissenschaftler in den zwei Kategorien „Medizin &Wissenschaft“ und „Engagement des Jahres“. 41 Projekte hatten sich beworben, sechs wurden nominiert, zwei herausragende Gewinner wurden am Ende prämiert.

Stiftungsvorstand Christa Maar stellte das familiäre Risiko in den Mittelpunkt ihrer Rede: „Wenn man bedenkt, dass rund 30 Prozent der Neuerkrankungen auf ein familiäres Risiko zurückzuführen sind, dann sprechen wir über 18.300 Menschen, die jedes Jahr deswegen die Diagnose Darmkrebs erhalten, weil es bereits Darmkrebs in ihrer Familie gab. 18.300 Menschen – das ist eine gut gefüllte Berliner Waldbühne. Beeindruckend, oder? Erst recht, wenn man bedenkt, dass man diese Menschen vor Darmkrebs bewahren könnte.“

Christa Maar leitet auch die Arbeitsgruppe Prävention der Nationalen Dekade gegen Krebs, die im Januar dieses Jahres von Bundesministerin Karliczek gestartet wurde. Ihrer Meinung nach macht diese Dekade nur dann Sinn, wenn sie konkrete Ergebnisse produziert. „Lieber wollen wir mit drei kleinen Hebeln etwas real verbessern, als dass zehn große Schritte nur auf dem Papier stattfinden“, so Maar in ihrer Rede. Veranstaltungen wie der Felix Burda Award schaffen es, dem Wunsch von Felix Burda, dem einzigen Sohn von Verleger Hubert Burda und Christa Maar, der mit nur 33 Jahren an Darmkrebs starb, näher zu kommen. „Möglichst viele Menschen vor dem Leid zu bewahren an Darmkrebs zu erkranken.“

Die Preisträger des Felix Burda Award 2019 

Laudatorin Jessica Schwarz überreichte den Felix Burda Award in der Kategorie „Engagement des Jahres“ an die Initiatoren Cornel Wachter und Timo Belger. Mit einer öffentlichkeitsstarken Kampagne, der Ansprache von regionalen Unternehmen und prominenten Unterstützern sowie durch das Magazin „Die wunderbare Welt des Cornel Wachter“ wurden die Menschen in Köln auf kreative Weise über Prävention aufgeklärt.

In der Kategorie „Medizin & Wissenschaft“ wurde die Studie „Aktivierung des Immunsystems durch Mitophagie und lysosomale Membran-Permeabilisation zur Bekämpfung von Krebszellen“ ausgezeichnet. Laudator Prof. Dr. Otmar D. Wiestler (Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e. V.) lobte die ausgezeichnete Studie als zukunftsweisend in Richtung neuen immunonkologischen Therapiekonzepten bei Darmkrebs. Der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Florian Greten (Georg-Speyer-Haus, Institut für Tumorbiologie und Experimentelle Therapie) und Paul Ziegler (Universitätsklinikum Frankfurt, Dr. Senckenbergisches Institut für Pathologie) ist es gelungen, einen Stoffwechselweg zu identifizieren, über den sich die Antigenität von Darmkrebszellen steigern lässt. Dadurch wurden in der Studie zytotoxische T-Zellen verstärkt aktiviert und verzögerten oder verhinderten die Tumorgenese. Zudem zeigten die Forscher, dass sich der Mechanismus mit Hilfe eines bereits verfügbaren Medikaments (Chloroquin) in Gang setzen lässt.

Ehrenfelix 2019: „Hole dir Hilfe, du bist nicht allein!“

Seit 2014 unterstützt Bernd Zienke – der selbst mit 21 Jahren an Darmkrebs erkrankte – junge Menschen mit einer Krebserkrankung. Er gibt ihnen wertvolle Tipps und vor allem Mut, er steht an Infoständen auf Krebskongressen und Patiententagen, gibt Interviews für Medien und sorgt unter anderem dafür, dass andere Krebspatienten von Hilfsangeboten erfahren. „Hole dir Hilfe, du bist nicht allein!“, so sein Rat an Betroffene. Für dieses Engagement und seine Aktivitäten im Treffpunkt Berlin der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs, wurde Bernd Zienke mit dem Ehrenfelix der Felix Burda Stiftung geehrt.

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Pressemitteilung Felix Burda Stiftung